Ärger mit dem Nachbarn – Bin ich zu laut? Was ist eigentlich erlaubt? Wer beurteilt die Lautstärke meines Übungsraumes?

Eines der Dauerthemen ist mit steter Regel­mäßigkeit der Brennpunkt Schallschutz. Eine Chemiefabrik erzeugt Gestank, ein Säge­werk vor allem Lärm und Feinstaub. Und ein Übungsraum – nun ja, ein Übungsraum erzeugt Lärm.

„Ärger mit dem Nachbarn“ haben wir diesen Artikel überschrieben, der sich vorwiegend um die provokant formulierte Frage dreht „Was muss sich der Nachbar bieten lassen?“ -oder, etwas weniger polarisierend: „Was muss ein Musiker unternehmen, um keinen Ärger mit der Nachbarschaft zu bekommen?“

Wer kennt sie nicht, diese lästigen Nachbarn, die mal mehr, mal weniger freundlich deutlich machen, dass sie sich durch unsere Übungsräume belästigt fühlen? Es wurde immer wieder darüber geschrieben, was man tun könnte, um Schall-Emissionen möglichst gering zu halten; beispielsweise Schallschutz-Türen im Selbstbau oder schallgedämmte Räume. Dass Eierkartons vollkommen überflüssig sind und nahezu keine messbare Schalldämmung bewirken, sollte der aufmerksame Leser ebenfalls schon gelernt haben. Jetzt aber informieren wir euch, was ihr tun müsst, um auf der rechtlich sicheren Seite zu bleiben.

Zunächst einmal sei gesagt, dass die Grenz­werte für die Lärmbelästigung aus gewer­blicher Tätigkeit in der sogenannten TA Lärm (Tech­nische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) festgelegt sind. Für Musikunterricht oder das Üben zu Hause gelten andere Richtwerte – sie können von den Gemeindeverwaltungen oder in Haus­ordnungen individuell festgelegt sein und sind oft äußerst streng. Wer seinen Übungsraum allerdings gewerblich in einem Industriegebiet, einem Ge­werbegebiet oder in einem Mischgebiet betreibt, wird anhand der TA Lärm beurteilt. In diesem Artikel geht es also vorwiegend um die TA Lärm und darum, inwieweit sie Übungsräume betrifft.
Die TA Lärm ist übrigens im Internet erhältlich – wer einmal einen Abend lang wirklich überhaupt nichts Besseres zu tun hat, kann sich unter http://msi.direct/20144_2 den Gesetzestext im Wortlaut zu Gemüte führen. Eine gute, leicht lesbare und verständliche Zusammenfassung findet ihr auf Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/ Technische_Anleitung_zum_Schutz_gegen_Lärm.
Die TA Lärm gilt übrigens nicht in Bezug auf sogenannte Anlagen für soziale Zwecke. Dies sind in der Regel Asylbewerberheime, Kranken­häuser und Altenheime. Ob hierunter auch als gemeinnützig anerkannte Musikerinitiativen (gemeinnützige Vereine oder gemeinnützige GmbHs) fallen, muss im Einzelfall ein Gericht entscheiden – die Chancen hierfür stehen ganz gut, wie diverse Urteile aus der Vergangenheit zeigen. Für diesen Artikel sei angenommen, dass der Übungsraum nicht als eine Anlage für soziale Zwecke eingestuft wird.

 

Text: Michael Herrmann und Heinz Zehnter | Textquelle: Mit freundlicher Genehmigung von Musikschule intern (Ausgabe 4/2014) | Fotos: © Tom Bayer/Fotolia.com

Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 02/2016.

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