bst Becker Studio Technik – Interview mit Matthias Becker

Der Elektro-Ingenieur Matthias Becker gründete 1987 bst. Seitdem hat er zahlreiche Veranstaltungen technisch, also mit Bühne, Licht, Ton, begleitet. Im vergangenen Jahr sorgte er beim DRPP in Siegen für tollen Sound und gutes Licht. Eine Spezialität von bst sind schwimmende Bühneninstallationen.

MM: Warum hast du bst damals gegründet?

MATTHIAS BECKER: Als Orchesterdirigent an der Hochschule in Frankfurt habe ich die Aufnahme­prüfung im Fach konzertantes Klavierspiel leider nicht bestanden. Da habe ich als interessierter Chemie- und Physikbaukastenfan das Fach Elek­tro­technik studiert. Da ich damals schon examinierter Chorleiter und Musiker mit eigener Band war, faszinierten mich die Zusammenhänge von Musik, Klang, technischer Umsetzung und Emo­tionen. Das wollte und will ich immer neu verstehen und aktiv ausprobieren. So kann ich der Kunst ein Möglichmacher sein.

MM: Was fasziniert dich an Veranstaltungs­technik?  

MATTHIAS: Das Gute ist, dass es keine Routine ist und gibt. Natürlich gibt es Regeln, nach denen man vorgeht. Aber wie sich das Zusammenspiel von Künstler, Techniker und Publikum auf das Er­gebnis auswirkt, zeigt nur der Moment, in dem es passiert.

MM: Was sind die Spezialitäten von bst?

MATTHIAS: Keinen Anrufbeantworter zu haben – wir sind immer für unsere Kunden da. (lacht) Spaß beiseite, aber es ist wirklich so, dass wir erst ruhen, wenn es läuft und die Kunden zufrieden sind. Das sagen viele von sich, aber wir alle haben schon einmal zu hören bekommen: „Das Gerät kann aber nur so“, oder „Wir haben alles probiert, aber es geht technisch nicht anders“. Das würden wir bei bst nicht sagen.

MM: Worauf muss man insbesondere beim Ton achten?

MATTHIAS: Das ist schwierig, denn wir haben es beim Ton mit einer persönlichen Empfindung zu tun. Klar gibt es immer Zielgruppen, die die gleiche Empfindung haben, sonst gäbe es keine Schallplatten oder CDs. Aber ehrlich: Hört denn jeder seine Musik gleich laut? Allein das macht es spannend, es immer wieder hinzubekommen, die Musik, die von der Bühne kommt, technisch so aufzubereiten, dass die, die unten stehen, ein Erlebnis haben. Bei Ton speziell ist es, denke ich, das Vorhersehen von Ereignissen. Also, wann kommt ein Solo, wie laut ist ein Intro oder welche Hallzeit (Reverb) nehme ich am Ende eines A-cappella-Songs in welchem Pegel. Gerade die Lautstärkeverhältnisse sind für den emotionalen Effekt beim Publikum sehr bedeutend.

 

Web: bst.de | Interview: Janina Heinemann | Foto: Sascha Kopp

Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 02/2016.

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