Dagmar Bunde – Mein Jazz

Dagmar Bunde ist bereits seit 1990 als professionelle Musikerin tätig und konnte mit ihrem Album „My Jazz“ insgesamt vier Preise beim 31. Deutschen Rock und Pop Preis 2013 mit nach Hause nehmen. Neben ihrem Schaffen als Sängerin ist sie außerdem als Musiklehrerin und Coach beschäftigt.

MM: Du bist bereits seit 24 Jahren in der Musikbranche und hast da ja auch schon viele Musikrichtungen ausprobiert: Pop, Gospel bis hin zum Jazz, wo du dein Zuhause gefunden hast. Warum ist das so?

DAGMAR: Das sind eigentlich auch meine Wur­zeln. Ich bin eher mit off-beat-orientierter Musik aufgewachsen und hatte so meine Not im Kirchen- oder Schulchor. Insofern war ich schon sehr geprägt davon. Das verläuft sich ja auch: Wo hört der Jazz auf, wo fängt er an? Alles, was im Soul oder Pop vorkommt, selbst in der Klassik, finde ich im Jazz auch immer irgendwo. Es gibt so ein schönes Sprichwort von Gustav Mahler: „Das Wichtigste in der Musik ist das, was nicht in den Noten steht.“ Man hätte genauso gut sagen können: Jazz ist das, was nicht in den Noten steht.

MM: Ich als Laie habe das Gefühl, dass Jazz eine der komplexesten Musikrichtungen ist. Man braucht zum Beispiel ein unglaubliches Rhythmusgefühl.

DAGMAR: Das muss auch nicht sein. Das muss ich mir manchmal auch selbst auf die Fahnen­stange schreiben, weniger wäre mehr. Man muss auch nicht immer alles zeigen, alles präsentieren. Meine eigenen Songs entstehen oft in Momenten, in denen man einfach mal Zeit dazu findet, seinen Gefühlen auch mal freien Lauf zu lassen.

MM: Was für ein Lebensgefühl verbindest du mit dem Jazz?

DAGMAR: Im Jazz fühle ich mich einfach zuhause. Ich konnte das früher gar nicht so gut hören, vor allem, wenn es um moderneren, anstrengenden Jazz geht. Machen ist auch immer spaßiger, bis man es dann auch wirklich ein bisschen mehr versteht und nicht mehr als Krach oder als „Was passiert da?“ empfindet. Man muss einfach eintauchen. Im Jazz ist es so, dass man alle Musik­stile verbinden kann. Es darf grooven, es darf har­monisch sein, es darf auch total atonal oder arrhythmisch sein. In einem bestimmten engeren Rahmen ist vieles spontan noch möglich, das ist eigentlich das, was den Jazz prägt. Dieses Mit­einander, und dass man sich gegenseitig beflügelt. Deswegen entsteht da auch immer wieder was Neues.

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Dagmar Bunde Quartett – „Mein Jazz“
Zu Bestellen über: www.dagmarbunde.de

 

 

Web: www.dagmarbunde.de | Interview: Hannah Thalhammer | Bearbeitung: Jana Moysich | Fotoquelle: Dagmar Bunde

Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 03/2014.

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