Dieter Bohlen – alles nur gestohlen?

Auszüge aus dem Gutachten von Prof. Dr. Hertin

 

 

 

[column width=“47%“ padding=“6%“]“Dieter-Bohlen-Lieder” (Plagiate):

Für Dich (Yvonne Catterfeld)    
Erscheinungsdatum: 2003
[/column] [column width=“47%“ padding=“0″]Vergleichstitel (Vorlagen):

What if (Babyface)

Erscheinungsdatum: 2001

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  • Melodik: Die Refrains beider Werke beginnen mit einem deckungsgleichen Aufttakt von 4 Sechzehntelnoten, es sind die Töne C, H, A, H (nach Transponierung auf C). Die Deckungsgleichheit setzt sich in Takt 1 der Werke soweit fort, dass inklusive Auftakt die ersten 9 Töne absolut identisch sind. Nur die 10. Note ist unterschiedlich. Es erfolgen dann aber wieder 7 absolut identische Töne. Nur die Takte 7 und 8 haben keine nennenswerten Gemeinsamkeiten.
  • Harmoniestruktur: Beispiel für Progression: Identischer Takt 1: Tonika (drei Viertel lang, auf dem vierten Viertel III. Stufe). Harmonische Übereinstimmungen finden wir zweifelsfrei in den Takten 1, 4 und 5 und wohl auch in den Takten 2 und 6, wenn man die II. Stufe bei von „Für Dich“ als Substitut für die IV. Stufe bei „What if“ annimmt.
  • Rhythmik der Melodie: Identisch bei beiden Werken: Der Auftakt von 4 Sechzehnteln, die immer auf den vierten Schlag  jeden Taktes stehen. Ebenfalls identisch: Die gleiche Anzahl der gesungenen Noten pro Takt bei beiden Werken – Ausnahme: Takt 5.
  • Metrik des Textes: Es handelt sich um eine immerwährende Wiederholung des Schemas A-B. Die Silbengruppe A entspricht immer den ungeraden Taktzahlen (Takt 1, 3, 5 usw.), die Gruppe B den geraden Taktzahlen (2, 4, 6 usw.). A besteht immer aus 4 kurzen Silben, 3 langen Silben, 2 kurzen Silben und einer letzten langen Silbe. B besteht immer aus 4 kurzen Silben, 3 langen Silben, einer kurzen und einer letzten langen Silbe. B hat also immer genau eine Silbe (bzw. einen Melodieton) weniger als A. Im Ergebnis sind das rhythmisch-metrische Schema der Melodie und des Textes völlig identisch.
  • Stilistik und Arrangement: „What if“ bedient die Zielgruppe der Liebhaber von R & B und Black Music, während das größer produzierte „Für Dich“ eine breitere Zielgruppe ansteuert und wohl Teenies und Fans des deutschen Schlagers anspricht.
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You’re not Lisa (Modern Talking)
Erscheinungsdatum: 2002   
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Across the Unsiverse  (The Beatles, Lennon, McCartney)
Erscheinungsdatum: 1970

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  • Melodie: Takt 1: Die ersten 8 von insgesamt 9 Noten sind absolut identisch. Takt 2: Alle 8 von 8 Noten sind absolut identisch. Takt 3: 7 von 8 Noten sind absolut identisch. Takt 4: Noten 1, 2, 5, 6, 7 sind absolut identisch. Takt 5: Alle 8 von 8 Noten sind absolut identisch. Takt 6: 7 von 8 Noten sind absolut identisch. Takt 7: Die ersten 4 von 8 Noten sind absolut identisch.
  • Metrik: Die Metrik beider Werke unterscheidet sich, wie sich aus dem Notenbild ergibt, nur marginal. Die Unterschiede sind rein textbedingt.
  • Harmonik: Die Harmoniefolge der beiden Werke ist in den ersten 6 Takten identisch, mit der Ausnahme, dass das Beatles-Original die Harmonie des 2. Taktes bereits auf den 3. Schlag des 1. Taktes vorausnimmt. [/column][end_columns]
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That’s Love (Blue System)   
Erscheinungsdatum: 1994 
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Go West (Pet Shop Boys, Jacques Morali)
Erscheinungsdatum: 1979

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  • Melodik: Die ersten vier Takte der Werke weisen erhebliche Übereinstimmungen auf.
  • Harmonik: Die Harmoniefolgen der Takte 1 bis 8 sind bei beiden Werken absolut identisch.
  • Arrangement: Die für den Gesamteindruck maßgebliche Übereinstimmung besteht darin, dass immer die 1. Note des 3. Taktes mit einem martialischen Männerchor gesungen wird, die Restphase übernimmt dann der Solosänger.
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Take me tonight (Alexander)    
Erscheinungsdatum: 2003
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Ciao Ciao Bambina (Domenico Modugno)
Erscheinungsdatum: 1959

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  • Melodik und Metrik: Das Original hat eine Melodiefolge von 19 Noten, 17 Noten davon sind im Plagiat absolut identisch. Die Metrik  ist stilbedingt in jedem 4. Takt etwas anders, aber die Auftakte und die Schwerpunkte sind ebenfalls gleich.
  • Arrangement: Das ungeübte Ohr wird bei einem ersten Abhören aufgrund der unterschiedlichen Sounds möglicherweise von den tatsächlich festzustellenden Übereinstimmungen abgelenkt. Das liegt daran, dass es sich bei „Ciao Ciao Bambina“ um einen „Eisdielen-Shuffle“ der späten 50er Jahre, bei „Take me Tonight“ um eine Pop-Ballade handelt. Tatsächlich folgt aber „Take me Tonight“ hinsichtlich des Melodieverlaufs nahezu sklavisch der Vorlage von Modugno.
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Heartbeat (Daniel Küblböck)
Erscheinungsdatum: 2003

  • Melodie/Tonfolge: a, c, c, c, c, c, d, c, c

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Disco Stomp (Hamilton Bohannon)
Erscheinungsdatum: 1975

  • Melodie/Tonfolge: c, c, c, c, c, c, d, d, c
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  • Metrik: Die Metriken des Originals und des Plagiats sind absolut identisch.
  • Arrangement: Tempo, Stil und die rhythmischen Figuren aus Gitarre (n) und E-Piano sind extrem ähnlich. Das Arrangement ist derart der Vorlage nachempfunden, dass alles auf eine bewusste Imitation im Sinne eines Plagiats hindeutet.
Textquelle: musiker Magazin 04/2004 | Fotoquelle: Sony Music

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