Fuck the Facts, give us ideas – Ideen für Selbstvermarkter

Der japanische Musikmarkt verzeichnet 15% Einbußen gegenüber dem Vorjahr, über 10% der Deutschen streamen und laut CD Baby verkauft ein ungesignter Musiker im Durchschnitt 100 Einheiten pro Album. Interessante Zahlen für das Gesamtbild der Musikbranche. Doch sind sie von derart großer Bedeutung für den sich selbst vermarktenden Musiker, dem überwiegend nur die Untergrundszene als Werbe- und Verkaufs­platt­form zur Verfügung steht?

Über den Underground des Musikbusiness gibt es kaum Zahlen, schon alleine deshalb nicht, weil er sich nicht wie Mainstreammedien und große Handelsketten überwachen lässt. Hier werden Ton­­träger und Merchandise-Artikel ohne Barcode verkauft, kleine Clubs und Kneipen liefern keine Besucherzahlen an die Marktforschung, während Musiker nur zu gerne schummeln, wenn sie zu ihren Verkaufszahlen befragt werden.

Es gibt demnach kaum erkennbare Trends, weder im Bereich des Marketings, noch im Kauf­verhalten der Fans. Jede stilistische Ecke hat ohnehin ihre ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten. Dennoch besteht für selbstvermarktende Musi­ker kein Grund zur Orientierungslosigkeit. Viele Kollegen liefern immer wieder kleine und große Erfolgsgeschichten, die es nachzuahmen lohnt, die mindestens aber als Inspiration für die eigene Vermarktung dienen können.

Der Vegan Black Metal Chef aus Orlando, Florida, growlt vegane Kochrezepte auf YouTube mit zum Teil siebenstelligen Besucherzahlen und bewirbt dadurch seine CDs und DVDs sowie Merchandise und Werbeanzeigen.

3000 Weihnachtsgrußkarten verschickte Country-Sängerin Danika Holmes an die gesammelten Adressen bisheriger Käufer, um damit auf ihre Weihnachts-CD aufmerksam zu machen. Rund 1200 Stück hat sie verkauft, darunter auch größere Pakete an Firmen, welche ihrerseits die CDs als Werbegeschenke an ihre Kunden weitergegeben haben.

 

Text: Julian Angel | Foto: © Sergey Nivens/Fotolia.com

Julian Angel ist selbstvermarktender Musiker und Initiator der Musikbusiness Konferenz „Music-Biz Madness“, die Musikern erprobte Tipps und Anleitungen zum Erfolg im Musik­business gibt.
Weitere Tipps findet Ihr auf: www.MusicBizMadness.de 

Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 02/2014.

Redaktion

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Der Account der Online-Redaktion von Musiker Online, dem Musiker Magazin und dem DRMV.

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