Pasquale Aleardi – Deutscher TV-Kommissar tauschte zeitweilig die Kanone gegen Mikrofon und Tanzschuhe – und überzeugte in der Hauptrolle des Musicals „Chicago“

Pasquale Aleardi wurde 1971 in der Nähe von Zürich als Sohn griechisch-italienischer Gastarbeiter geboren. Seine Jugend beschreibt der Schauspieler als laut und sehr lebendig – in fast jedem Zimmer seines Elternhauses lief nonstop ein Fernsehgerät. Fasziniert von seinen Hel­den, die 24 Stunden am Tag auf der Matt­scheibe flimmerten, beschloss er, nicht, wie von seinen Eltern geplant, Rechtsanwalt zu werden, sondern nach seinem Abitur 1992 die Theater­hoch­schule Zürich zu besuchen.

Seine Wandlungs­fähig­keit konnte er in über 70 TV- und Kinoproduktionen national und international und in unterschiedlichsten Genres unter Be­weis stellen. Er ist einem großen Publikum u.a. durch TV-Produktionen wie „Schicksalsjahre“, durch die internationale Kino­produktion „Resident Evil“, in der er an der Seite von Milla Jovovich spielte, und Auftritte in deutschen Kinohits wie „What a man“, „Keinohr­hasen“ und „Männer­herzen“ be­kannt. Seit Frühjahr 2014 ermittelt er außerdem als Kommissar im Ersten in einer eigenen Krimireihe, der Verfilmung der Best­seller-Romane um Kom­mis­­­sar Dupin. Neben dem Schauspiel ist Musik seine zweite Leidenschaft. Aleardi singt, spielt Klavier und ist seit vielen Jahren Mitglied des Kölner Musikprojekts „Big Gee“.

Von dieser vielfältigen Erfahrung und seiner künstlerischen Präsenz war das Kreativteam von „Chicago“ so begeistert, dass es ihn an den Broadway eingeladen hatte, um dort mit ihm zu­sammen zu arbeiten. Eine absolute Seltenheit für deutschsprachige Schauspieler. Selbst für etablierte, amerikanische Darsteller ist es eine be­sondere Ehre, im Herzen New Yorks vor Live-Publikum auf­­treten zu können. Pasquale Aleardi gesellte sich damit zu internationalen Schau­spiel­stars, wie Denzel Washington, Demi Moore, Kiefer Sutherland, Melanie Griffith, Ashton Kutcher oder Jennifer Aniston.

Das folgende Interview mit Pasquale Aleardi wurde von Prof. Dr. Bernd Giezek vor seiner letzten Vorstellung als Billy Flynn im Musical „Chicago“ in Stuttgart geführt.

MM: Hallo Pasquale, wie geht es dir?

Pasquale: Es geht mir bestens, danke!

MM: Du warst bis Mitte März auf der Bühne in der Rolle als der Staranwalt Billy Flynn im Musical „Chicago“ – erst am Broad­way in New York und dann in Stuttgart – zu sehen. Was hat dich als Musiker an dieser Rolle gereizt?

Pasquale: Die Musik! „Chicago“ ist musikalisch gesehen in meinen Augen ein Meisterwerk. Die drei Nummern, die Billy Flynn singt – „All I Care About is Love“, „Both Reached for the Gun“ und „Razzle Dazzle“ -, sind der Knüller, sowohl in Englisch als auch in Deutsch, und diese zum Aus­druck zu bringen, ein Geschenk. Es hat einen un­beschreiblichen Spaß gemacht, die Songs zu performen. Und in meinen Augen geht es allen Musikern auf der Bühne genauso wie mir. Alle haben Spaß beim Spielen, weil es so meisterhaft geschrieben und orchestriert ist. Die Musik ist das Herzstück des Ganzen und das Orchester ist auf der Bühne integriert. Das ist einmalig für ein Musical und sehr speziell. Mich hat die Musik jeden Abend aufs Neue mitgerissen.

MM: Was unterschied deine Auftritte auf der Musicalbühne von deinen früheren Auf­tritten als Musiker in Clubs?

Pasquale: Das ist nicht zu vergleichen. Als Mu­siker in Clubs bin ich sozusagen Interpret meiner eigenen Songs, gebe ein Konzert und spiele keine Rolle wie auf der Musicalbühne in einer taktgenau festgelegten Inszenierung. Im Falle von Billy Flynn war es eine Rolle, die nichts mit mir persönlich zu tun hat. Billy Flynn ist ein Wolf im Schafspelz, der mit Freude Menschen manipuliert – alle seine Fa­cet­ten jeden Abend aufs Neue rauszukitzeln war schauspielerisch eine schöne Herausforderung. Hinzu kommt, dass ich ein 14-Mann-Orchester hinter mir hatte, das mich durch den Abend trägt. Das habe ich so noch nie erlebt.

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Pasquale Aleardi & The Big Gee feat. Mary – „Retrologie Unplugged“
VÖ: 21.04.2014

Web: www.pasqualealeardi.com/de

 

 

Web: www.pasqualealeardi.com/de | Interview: Prof. Dr. Bernd Giezek | Foto: © Oliver Betke – www.betkebilder.de

Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 02/2015.

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