Proberäume oder „Welche Sicherheiten können Sie uns bieten?

Das Proberaumzentrum in Stuttgart-Weilimdorf bietet Bands, Solokünstlern und Musiklehrern sowie deren Schülern die Möglichkeit, Übungsräume zu mieten und darüber hinaus in Kontakt mit anderen Musikern zu treten. Durch regelmäßige Workshops und Seminare wird begeisterten Musikern außerdem das nötige Know-how vermittelt.

Gründer und Betreiber Klaus Forster sprach mit uns über die Entwicklung und Zukunft des Projekts.

MM: Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Proberaumzentrum aufzubauen?

KLAUS: Die Idee entstand, als wir mit meiner ehemaligen Band Pleasure Pigs einen neuen Proberaum suchten. Wir hatten unseren 16 m² kleinen Proberaum in den Probe­raum-Baracken in Ludwigsburg. Zu viert ging das ganz gut, aber als ein zusätzlicher Sänger dazukam, schlugen wir in den Proben permanent mit den Gitarrenhälsen aneinander. Das tut jedem Musiker in der Seele weh, autsch. Außerdem war die gesamte Baracke völlig versifft und unser Standing Joke war: „Der Tripper springt auf der Toilette 1,50 m hoch, weil er den Bodenkontakt meidet.“ Wir inserierten also in den einschlägigen Klein­an­zeigenmärkten unsere Suche nach einem größeren Proberaum und gleichzeitig die Suche nach einem Nachmieter für unseren Raum. Wir hatten nämlich einen Knebelvertrag mit sechs Monaten Kündigungsfrist unterschreiben müssen. Drei Monate später hatten wir zwei Angebote für einen Proberaum, die beide schier unannehmbar waren. Einer davon war unterhalb eines Tierkrematoriums, wie lecker! Außerdem hatten sich 90 Bands ge­mel­det, die unseren Raum übernehmen wollten. Zu der Zeit sah ich die Proberaum-Kampagne vom Popbüro Stuttgart. Die war darauf angelegt, auf den Mangel an Proberäumen aufmerksam zu machen und Hausbesitzer zu motivieren, geeignete Räume für Musiker zur Verfügung zu stellen. So begann ich, mir zu überlegen, ob das mit den Proberäumen nicht besser geht als so, wie wir es im Moment gerade haben.

MM: Wie viele Proberäume gab es zu Be­ginn?

KLAUS: Im Januar 2010 habe ich mit acht Räumen gestartet, im Februar waren es dann schon zwölf Proberäume, die von Bands genutzt wurden, und so ging es fröhlich weiter.

MM: Wie viele Übungs- und Proberäume gibt es heute?

KLAUS: Heute sind es rund 100 Proberäume, die von ca. 120 Bands genutzt werden, und das ist sehr bunt gemischt: Rooms4Music nutzen Hip-Hopper wie die Orsons oder MC Bruddal. Vom Flügelschlag­quartett, das klassische Musik in freier Be­set­zung spielt, über die Soul-Cover-Band Tiny Tones bis zur Band 13, die mit Power-Pop VfB-Stuttgart-Spiele im Fußballstadion be­schallt, ist alles dabei.

Es freut mich einfach riesig zu sehen, wie diese Bands sich entwickeln und wie entspannt der Umgang und die Atmosphäre zwischen den Musikern sind.

 

Web: www.rooms4music.com | Interview: Ole Seelenmeyer |Fotoquelle: Klaus Forster

Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 03/2014.

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