The Winner is: Universal

Stellen wir uns einfach mal vor: Im Fernsehen startet die nächste Staffel von „Germany’s next Topmodell“. In der Jury sitzen Karl Lagerfeld und außerdem Angestellte seiner Firma. Die Kleider der Kandidatinnen kommen aus seinem eigenen Haus: Die neue Kollektion wird präsentiert, es sind aber auch ein paar Ladenhüter dabei, die müssen ja schließlich auch verkauft werden. Die Kandidatinnen tragen selbst in ihrer Freizeit ausschließlich Lagerfeld, dazu verpflichten sie sich schriftlich, und zwar für die nächsten sieben Jahre. Als Hauptgewinn des Wettbewerbs winkt dann ein Modelvertrag, natürlich bei Lagerfeld. Die Zuschauer sind ja mittlerweile einiges gewöhnt, hier würden sie aber doch abschalten: Man möchte doch eine Talentshow sehen und keine Dauerwerbesendung. Bei Casting-Formaten im Musikbereich läuft es aber eigentlich ganz ähnlich, auch bei „The Voice of Germany“, der Show, die besonders für ihre vermeintliche Authentizität gerühmt wird.

Schon mal von „Universal“ gehört? Das ist der größte Musikkonzern der Welt. Für „Universal“ ist ein Song ein Produkt, genauso wie für Karl Lagerfeld eine Herrenunterhose. Dagegen ist im Prinzip nichts zu sagen. Universal obliegt die komplette Vermarktung von Castingformaten wie „Voice of Germany“, „The Winner is“ oder „X Factor“, in erster Linie durch Tonträger und Downloads. Außerdem werden die Gewinner der Shows bei Universal unter Vertrag genommen. Auch das ginge in Ordnung, wenn das alles wäre. Der Medienkonzern bestimmt aber möglicherweise ganz entscheidend die Inhalte der Sendungen.

Text: Stefan Rheinbay
Foto: © Olly/Fotolia.com

Den kompletten Bericht findet Ihr im MUSIKER-Magazin 04/2012.

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